Gegenwind für „Lange Straße Nord“


In Schluttenbach geht der Widerstand gegen das geplante Neubaugebiet weiter. Die Bürgerinitiative, getragen von vielen Einwohnern, will gerichtlich die Nichtigkeit des Bebauungsplans feststellen lassen. Im Kern richtet sich der Protest nicht gegen das Baugebiet an sich, sondern gegen die aus Sicht der BI übermäßige Ausweitung des Projekts und den Umgang der Stadtverwaltung damit. Aus den ursprünglich vorgesehenen 1,2 ha mit rund 38 Wohneinheiten sind inzwischen nämlich 1,75 ha mit etwa 50 bis 60 Einheiten geworden. Für den kleinen Ort sei das viel zu groß und mit dem gewachsenen Ortsbild nicht vereinbar. Kritisiert werden u.a. die übermäßige Verdichtung und unzureichend berücksichtigte Belange von Anliegern, Naturschutz, Verkehr, Parkraum, Lärmschutz und Entwässerung.

Für Verärgerung sorgte auch das Empfinden, dass zahlreiche Einwände und Anregungen aus der Bürgerschaft ignoriert oder mit wenig Respekt abgetan wurden und die Vorstellung: Die Stadt hält lieber unbeirrt an ihrem technischen Vorzeigegebiet „Kalte Nahwärme“ fest – für das folglich viele Anschlüsse benötigt und 300 €/qm Erschließungskosten fällig werden – anstatt die begründeten Sorgen aus der Bevölkerung ernst zu nehmen. Die Klage soll deshalb auch ein deutliches Zeichen gegen diese Haltung setzen. Für echte Bürgerbeteiligung und eine Ortsentwicklung, die Maß hält.

Jürgen Maisch, Stadtrat