{"id":1527,"date":"2024-04-03T13:28:29","date_gmt":"2024-04-03T12:28:29","guid":{"rendered":"https:\/\/fwfe.de\/wordpress\/?p=1527"},"modified":"2024-04-14T11:41:53","modified_gmt":"2024-04-14T10:41:53","slug":"windkraft-in-ettlingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fwfe.de\/wordpress\/windkraft-in-ettlingen\/","title":{"rendered":"Windkraft in Ettlingen?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Im M\u00e4rz gab es in der Schlo\u00dfgartenhalle zwei lebhafte Sitzungen, in denen sich zur Vorberatung zuerst der Ausschu\u00df f\u00fcr Umwelt und Technik und danach der Gemeinderat zur endg\u00fcltigen Stellungnahme mit diesem Thema befassen durften.<\/p>\n<p>Es ging allerdings nicht um die Frage, ob in Ettlingen Windkraftanlagen gebaut werden, sondern, wie sich Ettlingen zu der \u00fcbergeordneten Planung zur Ausweisung von theoretisch geeigneten Vorranggebieten f\u00fcr die Ansiedlung von Windkraft verh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Nach der neuesten Bundesgesetzgebung soll ein Siedlungsraum 1,8% seiner Fl\u00e4che f\u00fcr Windkraftanlagen als \u201eVorranggebiet Windkraft\u201c (theoretisches Ansiedlungsgebiet) exklusiv ausweisen, um danach in allen anderen seiner Fl\u00e4chen die Ansiedlung von Windkraftanlagen verbieten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn Ettlingen diese 1,8%-Fl\u00e4che nicht ausweist, kann sich jeder Investor eine Fl\u00e4che in Ettlingen aussuchen, von Privatleuten Grundst\u00fccke pachten und Windkraftanlagen bauen. Ein Verbot durch Ettlingen w\u00e4re danach nahezu ausgeschlossen, weil nach der Bundesgesetzgebung Windkraftanlagen privilegierte Vorhaben sind.<\/p>\n<p>Um Windkraft in Ettlingen zu verhindern, gibt es nur einen Weg: Eine 1,8%-Fl\u00e4che (die sich im Eigentum der Stadt befindet) als Vorranggebiet ausweisen und die endg\u00fcltige Entscheidung, ob Windkraftanlagen gebaut werden dem Gemeinderat \u00fcberlassen. Die demokratische Mehrheit vor Ort entscheidet dann und nicht der ausw\u00e4rtige Investor im Zusammenspiel mit der Bundespolitik.<\/p>\n<p>Das Thema war nicht allzu schwer zu verstehen, wenn man zuvor die Sitzungsunterlagen gelesen hat. Was man als Zuh\u00f6rer dann teils h\u00f6ren konnte, war weit vom Thema entfernt. Man fragte sich, ob manch ein Redner denn die Unterlagen gelesen hatte? Es wurden Redebeitr\u00e4ge nach dem Motto abgeliefert: \u201eWas ich schon immer mal zum Thema Windkraft sagen wollte\u201c; da half auch der Doktortitel nicht weiter \u2013 alleine das Lesen der Unterlagen h\u00e4tte geholfen.<\/p>\n<p>Das Thema Windkraft besch\u00e4ftigt den Gemeinderat schon seit \u00fcber 5 Jahren. In der vorangegangenen Legislaturperiode war ich Mitglied des Gemeinderates und aus Gr\u00fcnden des Artenschutzes einer der entschiedensten Gegner von Windkraft in Ettlingen, denn unsere Region ist \u00a0der wichtigste Siedlungsraum des Rotmilan. Zudem sind die Prognosen f\u00fcr den \u201eWindertrag\u201c bei Windkraftanlagen in Ettlingen wirtschaftlich eher \u201ebescheiden\u201c.<\/p>\n<p>Mein Standpunkt ist aber auch, die <strong>beste Energie<\/strong> ist diejenige, die wir erst gar <strong>nicht verbrauchen<\/strong> \u2013 Energiesparen sollte zum \u201eVolkssport\u201c werden. Im Gemeinderat und Amtsblatt wies ich immer auf unsere gef\u00e4hrliche Abh\u00e4ngigkeit durch Energieimporte aus Ru\u00dfland und Arabien hin.<\/p>\n<p>Seit dieser Zeit hat sich die Welt und die Gesetzeslage schnell weitergedreht. Sp\u00e4testens im Februar 2022 ist jedem klar geworden: billiges Gas aus Ru\u00dfland wird es nur noch dann (wenn \u00fcberhaupt) geben, wenn wir im Gegenzug bereit sind unsere Freiheit, Demokratie und Sicherheit aufzugeben und uns Putin zu unterwerfen.<\/p>\n<p>So \u00e4hnlich k\u00f6nnen wir auch die Gefahren durch Abh\u00e4ngigkeiten bei Energieimporten aus anderen Nicht-EU-Staaten beurteilen.<\/p>\n<p>Der einzige Weg um bei der Energieversorgung Freiheit und Wohlstand zu bewahren ist, m\u00f6glichst viel Energie selber zu produzieren und gleichzeitig den \u201eVolkssport Energiesparen\u201c zu entdecken.<\/p>\n<p>Das bedeutet aus meiner Sicht aber auch, die <strong>Atomkraftwerke h\u00e4tten wir nie abschalten d\u00fcrfen<\/strong> \u2013 manche Politiker hatten die Gefahren durch einen Tsunami an Rhein, Donau und Elbe allerdings f\u00fcr zu gro\u00df erachtet \u2013 aus meiner Sicht ein schwerer Fehler.<\/p>\n<p>Neben der denkbaren M\u00f6glichkeit durch Windenergie einen Teil unserer Energieversorgung in (auch wirtschaftlich) eigenen H\u00e4nden zu haben, sollten wir alle anderen technisch und wirtschaftlich sinnvollen M\u00f6glichkeiten pr\u00fcfen und dann auch beschlie\u00dfen, die uns eine stabile und selbstbestimmte Energieversorgung gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Ob Windkraft in Ettlingen dazu beitragen w\u00fcrde, kann ich noch nicht beurteilen. Ich bekenne mich aber zu meinem Wandel in der Beurteilung; von einem strikten Windkraftgegner bin ich jetzt zu einem neutralen Beurteiler in dieser Frage geworden: Wenn es sinnvoll umzusetzen ist, dann m\u00fcssen wir es machen!<\/p>\n<p>Neben Windkraft m\u00fcssen wir die Fotovoltaik so weit wie m\u00f6glich ausbauen und zielstrebig die Energieerzeugung aus Biogas und Geothermie auf die Tagesordnung setzen. Daneben werden wir weiterhin fossile Energietr\u00e4ger wie Gas und Kohle nutzen m\u00fcssen, weil wir alle nicht bereit sind, unseren Lebensstandard massiv zu senken \u2013 ich auch nicht. Denn wie am 26. M\u00e4rz in einem Bericht der BNN \u00fcber Norwegen zu lesen war, kann selbst Norwegen, das aktuell noch 100% Selbstversorger mit Strom aus regenerativer Energie ist, in 2 Jahren dies nicht mehr gew\u00e4hrleisten, obwohl Norwegen gr\u00f6\u00dfer als Deutschland ist, viel Wind- und Wasserkraft hat, bei gleichzeitig nur 6% der Einwohner von Deutschland.<\/p>\n<p>Aber so wie bisher geht es nicht weiter und wann die Kernfusion die unersch\u00f6pfliche Energiequelle ist, das steht leider noch in den Sternen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herbert Rebmann<br \/>\nVorsitzender F\u00fcr Ettlingen FE e.V.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im M\u00e4rz gab es in der Schlo\u00dfgartenhalle zwei lebhafte Sitzungen, in denen sich zur Vorberatung zuerst der Ausschu\u00df f\u00fcr Umwelt und Technik und danach der Gemeinderat zur endg\u00fcltigen Stellungnahme mit diesem Thema befassen durften. 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